
Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag von NABU und BUND zeigt: Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg befürworten die Rückkehr von Wolf (71 Prozent) und Biber (76 Prozent). Die Ergebnisse widersprechen der politischen Annahme, wonach große Teile der Gesellschaft den geschützten Arten ablehnend gegenüberstünden.
„Die Rückkehr von Biber und Wolf, einst bei uns ausgerottete Tiere, ist ein großer Erfolg für den Artenschutz. Mehr als zwei Drittel der Menschen im Land freuen sich darüber – und sind damit deutlich weiter als Teile der Politik“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Die große Mehrheit weiß offensichtlich, dass Wolf und Biber zu unseren Ökosystemen gehören und dort wichtige Funktionen erfüllen. Erfreulich ist auch, dass die Menschen sowohl im ländlichen Raum wie auch in den Großstädten die Rückkehr der beiden Tierarten mehrheitlich befürworten, und das über alle großen Parteien hinweg. Diese breite parteiübergreifende Zustimmung dürfte auch den einen oder anderen Parteifunktionär überraschen. Die Landesregierung steht in der Pflicht, den Mehrheitswillen ernst zu nehmen. Eigentlich sollte sie wissen, dass nicht immer diejenigen recht haben, die am lautesten schreien. Naturschutz funktioniert mit gesellschaftlicher Rückendeckung. Diese Rückendeckung gibt es für Wolf und Biber. Jetzt muss die Politik liefern.“
Die hohen Zustimmungswerte zur Rückkehr von Wolf und Biber sehen die Verbände als klaren Handlungsauftrag an die Politik. „Populistische Forderungen und fragwürdige Maßnahmen, wie die rechtswidrige Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht durch Minister Peter Hauk oder die neue Landesverordnung zum erleichterten Abschuss von Bibern, stehen dazu im klaren Widerspruch. Statt Wahlkampf mit kurzfristigen Scheinlösungen auf dem Rücken geschützter Tierarten zu betreiben, sollte die Landesregierung auf die langfristigen Erfolge im bisherigen Wolfs- und Bibermanagement bauen“, betont die BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch. Dazu gehörten sachliche Information statt Angstrhetorik, konsequenter Herdenschutz und die personelle und finanzielle Stärkung des etablierten Managements beider Tierarten. „Das Ergebnis der Umfrage werten wir als Wunsch der Menschen an die Politik, die Tiere nicht nur als Probleme zu behandeln – spätestens im Rahmen von Koalitionsverhandlungen nach dem 8. März.“
Die Menschen im Land wollen eine Politik, die ihre Lebensgrundlagen und die Artenvielfalt schützt. Das zeigt auch die breite Unterstützung der Landtags-Petition „Stoppt das geplante Biber-Töten!“ gegen den erleichterten Abschuss von Bibern im Südwesten: Innerhalb von knapp drei Wochen haben schon fast 9.000 Menschen die Petition mitgezeichnet – 10.000 Unterschriften sind für einen Erfolg der Petition nötig.