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Hausschlachtung II

Hausschlachtungen wurden zuhause im Hofgelände vollzogen. Der Hausmetzger tötete das Schwein und das Blut wurde aufgefangen, mit der Hand geschlagen...
Hausschlachtung in Eggenstein
Foto: Gemeinde/Stern (Egg)

Hausschlachtungen wurden zuhause im Hofgelände vollzogen. Der Hausmetzger tötete das Schwein und das Blut wurde aufgefangen, mit der Hand geschlagen (gerührt), dass es nicht gerinnen konnte. Danach wurde das tote Schwein in einer Wanne oder Bütte in heißes Wasser gelegt, so dass die Borsten mit einem Schaber entfernt werden konnten. Nach der Zerteilung in Schweinehälften wurden die Innereien entfernt, gesäubert, Kopf, Schwänzchen, Ohren, Füße, Schwarte usw. in einem Kessel gekocht. Danach wurden die Knochen entfernt, das Fleisch in Würfeln oder in langen Stäbchen geschnitten. Das restliche Fleisch wurde gemahlen, mit Gewürzen gewürzt, das Blut dazu gegeben und so entstand dann der Schwartenmagen, die Griebenwurst und andere Wurstsorten. Die restlichen Schweinehälften wurden in Form geschnitten und als spätere Schinkenstücke zurückgelegt, die übrigen Fleischstücke wurden gemahlen, gewürzt und die beliebte Bratwurst im Darm oder in Büchsen gefüllt. Die meisten Würste mussten noch gekocht werden und aus dem Sud entstand dann die Metzelsuppe. Wenn dann noch eine Wurst platzte, dann schmeckte die Metzelsuppe umso besser. Die Hausschlachtung war ein besonderer Tag mit viel Arbeit, und die Menschen hatten wieder für lange Zeit etwas in der Speisekammer, das sie je nach Bedarf holen konnten.
Reinhold Singer für die AG Ortsgeschichte Eggenstein - Leopoldshafen

Erscheinung
Amtsblatt der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen
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Ausgabe 05/2026
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Orte
Eggenstein-Leopoldshafen
Kategorien
Kultur