
Die früheren Hausschlachtungen wurden immer im späten Herbst und in den kalten Wintermonaten durchgeführt. Der Großteil der Bevölkerung des 17., 18. und 19. Jahrhunderts waren Kleinbauern. Sie hatten wenige Grundstücke zum Bebauen, hielten sich aber Schweine und weiteres Kleingetier, wie Hühner, Gänse, Hasen und Puten.
Es gab Schweinehalter, die ihre Schweine vom Schweinehirten in den Wald treiben ließen. In Eggenstein wurde diese Art der Haltung als Eckerich(t) bezeichnet und bedeutete Vieh auf die Weide treiben. Die Tiere gediehen prächtig, lebten wie die Natur es ihnen vorgab, wühlten im Dreck, suhlten sich im Morast. Der Waldboden bot ihnen das Fressen, wie Eicheln, Bucheckern, Würmer, Nüsse und Schnecken. Im Spätjahr waren sie dann schlachtreif.
Die in den Ställen gehaltenen Tiere wurden mit Kartoffeln, Molke, Kleie und den Küchenabfällen gemästet. Laut der 1965 erschienenen Chronik Eggenstein im Wandel der Zeiten gab es hier vier Hirten, je einen für Pferde, Rinder, Schweine und Gänse. Auf Anordnung der Behörden, die Weidewirtschaft allmählich aufzugeben und zur Stallfütterung überzugehen, wurde nach und nach befolgt. Die Schweineweide befand sich am Altrhein, dem heutigen Gelände des Fischerheims.
Reinhold Singer für die AG Ortsgeschichte Eggenstein-Leopoldshafen