
Sie waren wohl wieder unter den Schnellsten im ganzen Land: In Fellbach lag am 28. Februar das erste beige-braune Wanderfalken-Ei der Saison im Nest. Zuvor hatte Männchen Alvar die Nistmulde vorbereitet und immer wieder seine Partnerin Alizeé mit Futter angelockt – mit Erfolg.
Am 3. März folgte dann das zweite Ei, das dritte kam am 6. März.
Bis Ende Mai überträgt der NABU Baden-Württemberg, was die Nistkamera vom Schwabenland-Tower rund um die Uhr live sendet.
→ Hier geht es zur Nistkamera des NABU (Fellbach)
In Heidelberg warten die Fans der Wanderfalken gespannt auf die ersten zwei Eier. Spannende Einblicke ins Familienleben der beiden Falkenpaare, vom Ei bis zum Abflug der Jungen, sind garantiert.
→ Hier geht es zur Nistkamera des NABU (Heidelberg)
Die Fellbacher Wanderfalken nisten seit 2018 in 107 Metern Höhe auf dem Schwabenland-Tower, der lange im Rohbau stand. Die Falken zogen in die oberste Etage, quasi ins Penthouse des Gebäudes, bevor ihnen der NABU eine künstliche Nistbox mit Webcam baute. Das Elternpaar Alizeé und Alvar brüten im fünften Jahr dort. Ihr erstes Saison-Ei lag am 28. Februar im Nest, das zweite ist auch schon da.
In Heidelberg nisten die Wanderfalken spektakulär im Turm der Heiliggeistkirche. Drei Webcams übertragen das Familienleben von Ruprecht und Liselotte, die seit 2024 ein Paar sind. Noch ist Geduld gefragt. „Ruprecht lockt Liselotte immer noch. Hoffentlich geht die Balz bald los, damit auch früh die ersten Eier gelegt werden“, sagt Andreas Kellner, Falkenbetreuer vom NABU Heidelberg.
Letztes Jahr hat das Paar zwei Eier erfolgreich ausgebrütet und die Küken aufgezogen. Sind alle Eier gelegt, dauert es rund einen Monat, bis die Küken schlüpfen. Dann sind die Vogeleltern beschäftigt und müssen den Nachwuchs wärmen, füttern und beschützen. Gegen Anfang Juni fliegen die Jungen meist aus. In der anschließenden Bettelflugperiode von etwa sechs Wochen werden sie weiter von den Eltern außerhalb des Nistplatzes versorgt. Danach müssen sie das elterliche Revier verlassen. All dies lässt sich online live erleben, ohne die Tiere zu stören.
Wanderfalken gehören zu den schnellsten fliegenden Jägern der Welt: Sie erbeuten im Sturzflug bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern andere Vögel und sind damit Meister der Lüfte. In der Natur brüten Wanderfalken in hohen Felsnischen. Städte bieten mit Kirchtürmen, Hochhäusern oder Industrieanlagen ähnliche Bedingungen.
Natürliche Lebensräume haben die baden-württembergischen Wanderfalken in den Felsregionen der Mittelgebirge, auf der Schwäbischen Alb, im Schwarzwald und im Neckartal. Da die Vögel störungsempfindlich sind, gilt von März bis Juni: In einem Brutgebiet beim Radeln, Wandern oder Klettern besonders rücksichtsvoll sein, weiträumig Abstand halten und vorhandene Verbote achten.