
Zum vierten Mal in ihrer hundertjährigen Geschichte steht die 14 Millionen Kubikmeter Wasser fassende Schwarzenbachtalsperre bei Forbach (Schwarzwald) vor einer vollständigen Entleerung. Nach früheren Leerungen in den Jahren 1935, 1952 und 1997 folgt nun erneut eine Absenkung des Wasserspiegels, um geplante Revisionsarbeiten an der Anlage durchzuführen. Vor der vollständigen Trockenlegung Anfang April wird der Fischbestand in umliegende Gewässer umgesetzt.
Bis Oktober 2026 werden Verschlussvorrichtungen an der Staumauer erneuert, Beton- und Metallteile instandgesetzt und neue Strukturen im Uferbereich geschaffen, die Fischen als Lebens- und Rückzugsräume dienen sollen. Das teilt die EnBW in einer Pressemeldung mit. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Talsperre wieder neu mit Fischen besetzt. Anfallender Niederschlag und die Zuflüsse werden während der Baumaßnahmen über den Schwarzenbach und die Raumünzach umgeleitet. Aufgewirbelte Sedimente können das Wasser in dieser Zeit braun färben, eine Gefährdung besteht nicht.
Während der Arbeiten wird es zu temporären Sperrungen einzelner Uferwege sowie des Weges über die Talsperre kommen. Während der Bauzeit ist das Betreten des Beckens untersagt. Der schlammige Untergrund ist nicht tragfähig – schon ein niedriges Einsinken kann dazu führen, dass man sich nicht mehr selbstständig befreien kann. Besucher werden dringend gebeten, die Hinweise vor Ort zu beachten.
Als zentrales Oberbecken liefert die Schwarzenbachtalsperre, zusammen mit den Zuflüssen aus der Murg, seit jeher das Wasser für das Rudolf-Fettweis-Werk und wird dies auch nach Fertigstellung des neuen Pumpspeicherkraftwerks Ende 2027 tun. Die Genehmigung des neuen Kraftwerks reicht bis 1. Januar 2090 und soll damit langfristig die klimafreundliche Stromerzeugung aus dem Schwarzwald sichern.
Für das Gelingen der Energiewende spielen Speicher und disponible – also steuerbare und auf Abruf verfügbare - Leistung eine zentrale Rolle. Das gilt auch und insbesondere für Pumpspeicher. Da sie flexibel und bedarfsgerecht Strom erzeugen können, sind sie eine ideale Ergänzung im Zusammenspiel mit anderen erneuerbaren Energien. Sie können die witterungs- und tageszeitabhängige Einspeisung aus Wind und Sonne ausgleichen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Stabilität der Stromnetze – und damit für die Versorgungssicherheit in deutschen Haushalten und Unternehmen, so der Karlsruher Energiekonzern abschließend.