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Vor allem im ländlichen Raum

Studie zeigt Potenzial für jugendliches Ehrenamt in BW

Viele Jugendliche im ländlichen Raum in BW würden gerne helfen. Eine neue Studie zeigt, was sie wirklich bewegt und was sie noch zurückhält.
Viele Jugendliche im ländlichen Raum in BW würden gerne ehrenamtlich helfen. Eine neue Studie zeigt, was sie wirklich bewegt und was sie noch zurückhält. (Symbolbild)Foto: jacoblund/iStock/GettyImagesPlus

Eine neue Studie der Jugendstiftung Baden-Württemberg zeigt, wie Jugendliche im ländlichen Raum stärker für ehrenamtliches Engagement gewonnen werden können. Auftraggeber ist der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum der Landesregierung.

Minister Peter Hauk (Ernährung, Ländlicher Raum, Verbraucherschutz) betonte anlässlich der Veröffentlichung am Freitag, 17. April, das überdurchschnittliche Engagement junger Menschen im ländlichen Raum. Zugleich gebe es viele Jugendliche, die noch keinen Zugang zum Ehrenamt gefunden hätten.

Soziales Umfeld als entscheidender Faktor

Als wichtigsten Türöffner für ehrenamtliches Engagement hat die Studie das soziale Umfeld identifiziert. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen findet den Einstieg über Familie oder Freundeskreis. Soziale Medien spielen dagegen kaum eine Rolle.

„Wenn Eltern, Geschwister oder Freunde Engagement vorleben, steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst aktiv zu werden", sagte Hauk. Viele nicht aktive Jugendliche stünden einem Ehrenamt grundsätzlich offen gegenüber, hier schlummere ungenutztes Potenzial.

Helfen und neue Erfahrungen als Hauptmotive

Jugendliche nennen vor allem soziale und sinnstiftende Gründe für ihr Engagement. An erster Stelle steht der Wunsch, anderen zu helfen (56 Prozent), gefolgt vom Sammeln neuer Erfahrungen (37 Prozent) und dem gemeinsamen Erleben mit Freunden (26 Prozent).

Als größtes Hindernis gilt der Zeitmangel durch schulische und freizeitliche Verpflichtungen. Hinzu kommen Bedenken wegen großer Altersunterschiede zu anderen Ehrenamtlichen.

Kürzere Sitzungen, Teamlösungen und zeitlich begrenzte Schnuppermöglichkeiten könnten Hemmschwellen abbauen, so die Studie. Kultusministerin Theresa Schopper hob die Bedeutung innovativer Vereinsinitiativen hervor, die auf unkonventionellem Weg junge Menschen ansprechen.

Mitbestimmung und Wertschätzung gefordert

Jugendliche wünschen sich neben praktischen Vorteilen wie Zertifikaten vor allem eigene Entscheidungsräume und die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Bürokratische Vorgaben wirkten dagegen oft abschreckend.

Sozialminister Manne Lucha verwies auf das laufende Projekt „Landesjugendforum Baden-Württemberg", das Konzepte für eine nachhaltige Beteiligung junger Menschen auf Landesebene erarbeitet. Die Ergebnisse sollen in Handlungsempfehlungen für künftige Beteiligungsformate einfließen.

„Lust auf Ehrenamt wecken“

Die Untersuchung basiert auf einer Online-Befragung von 1.936 Jugendlichen aus verschiedenen Schultypen sowie auf ergänzenden Fokusinterviews und Best-Practice-Beispielen. Als besonders vielversprechende Zugangswege identifiziert die Studie Schule und Sport.

Sportvereine sind für viele Kinder der erste Kontakt mit ehrenamtlichem Engagement im Verein. (Symbolbild).Foto: Hispanolistic/GettyImages/E+

Die Studie „Lust auf Ehrenamt wecken" wurde von der Jugendstiftung Baden-Württemberg durchgeführt. Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum ist ein ressortübergreifendes Gremium der Landesregierung, das gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land fördern soll.

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exklusiv online
Orte
Stuttgart
Kategorien
Panorama
Soziales