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Heimische Hitzespezialisten: Diese Pflanzen halten's aus

Temperaturen jenseits der dreißig Grad und wochenlang kein Regen können für Gärtner und Gärtnerinnen zur Herausforderung werden.
Foto: Dieter und Christa Großmann

Denn unter den heimischen Wildpflanzen gibt es ausgewiesene Hitzespezialisten, die für heiße und trockene Standorte geeignet sind und keine Bewässerung benötigen.

NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold gibt zum Tag des Gartens am 14. Juni Tipps, welche Pflanzen gut mit hochsommerlichen Bedingungen zurechtkommen und wie der Garten auch bei Hitze nicht zum Stressfaktor wird, sondern eine bunt blühende und kühlende Oase bleibt.

Kartäuser-Nelke

„Ohne Blüte ist diese Nelkenart kaum von Gräsern zu unterscheiden. Wenn sie aber blüht, ist sie ein echter Hingucker im Garten: Viele einzelne Blüten leuchten in strahlend pinken Büscheln“, erklärt Arnold.

Die Kartäuser-Nelke ist eine echte Trockenspezialistin und passt ihre Größe dem Nährstoffangebot am jeweiligen Standort an.

Sie ist nicht nur eine farbenfrohe Bereicherung für den Garten, sondern auch gegen Trockenheit resistent: die Kartäuser-Nelke.Foto: NABU/Anette-Marquardt

Zypressen-Wolfsmilch

Ähnlich auffällig ist die Zypressen-Wolfsmilch. „Der Name ist ein wenig irreführend, denn obwohl bei uns keine Zypressen vorkommen, ist die Zypressen-Wolfsmilch eine heimische Wildpflanze“, so Arnold. „Das leuchtende Gelbgrün der Blüten sieht im Beet toll aus. Mit viel Sonne verfärben sich die Blütenblätter an nährstoffarmen Standorten rot – das macht sie aber nicht weniger dekorativ.“

Wie alle Wolfsmilch-Gewächse sondert sie einen Milchsaft ab, der zu Hautreizungen führt. Deswegen empfehlen sich Handschuhe, wenn man mit der Wolfsmilch hantiert.

Trotz ihres irreführenden Namens ist die Zypressen-Wolfsmilch eine heimische Pflanze.Foto: NABU/Katja Wörner

Rundblättrige Glockenblume

Die Rundblättrige Glockenblume hat sich an magere, trockene Standorte angepasst. Sie bildet eine Pfahlwurzel aus und kann somit an Feuchtigkeit gelangen, die in tieferen Bodenschichten ist. Neben ihrer Hitzeresistenz ist die blassblaue Staude auch eine wertvolle Nahrungspflanze für Insekten.

„Ganze zwölf Wildbienenarten sind auf Glockenblumen spezialisiert“, erklärt Arnold. „Das bedeutet, dass diese Bienen nur an Blüten aus der Glockenblumen-Familie Pollen und Nektar sammeln.“

Dank ihrer Pfahlwurzel gelangt die Rundblättrige Glockenblume an die Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten.Foto: NABU/Aniela Arnold

Im Sommer nicht einpflanzen

Wer die Hitzehelden noch nicht im Garten hat, muss sich allerdings etwas gedulden. Denn wer jetzt pflanzt, riskiert, dass die Setzlinge ohne Bewässerung eingehen. Arnold empfiehlt deshalb, bis zum Herbst zu warten: „Jungpflanzen pflanzt man am besten zwischen September und November in den Garten. Dann kriegen sie ausreichend Feuchtigkeit, aber haben vor dem Frost noch genug Zeit, um gut anzuwachsen.“

    Ein Totholzhaufen lässt sich zur jeder Jahreszeit im Garten anlegen – auch im Hochsommer ...Foto: NABU/Claudia Wild

    Im Sommer aktiv sein

    Für Ungeduldige hat sie einen besonderen Tipp: „Wer auch in der heißen Jahreszeit im Garten aktiv sein möchte, kann Trockenmauern oder Totholzhaufen anlegen. Davon profitieren wiederum die tierischen Hitzespezialisten wie Eidechsen und Insekten, die dort nisten. Wenn ein Garten naturnah angelegt ist, gibt es gerade im Sommer viel zu beobachten.“

      ... davon profitieren unter anderem Zauneidechsen.Foto: Bernhard Etspüler

      Fünf Tipps für den sommerfitten Garten

      1. Selteneres Mähen hilft dem Boden

      Höhere Vegetation beschattet die Oberfläche, hält sie kühler und fördert tiefere Wurzeln. Dadurch trocknet der Boden oft langsamer aus – und Bewässerung wird seltener nötig.

      2. Bunter Blumenkräuterrasen statt tristes Grün

      Wer Wildpflanzen wie Schafgarbe und Rotklee im Rasen zulässt, spart sich aufwändiges und teures Bewässern. Während klassische Rasengräser Flachwurzler sind, die bei Trockenheit nicht mehr an feuchte Bodenschichten heranreichen, sind Wildpflanzen eher gegen Trockenheit gewappnet, zum Beispiel durch Pfahlwurzeln. Ein sogenannter Blumenkräuterrasen ist ebenso trittfest wie Englischer Rasen – und sorgt mit Blüten für bunte Farbtupfer.

      3. Regenwasser sammeln

      Mit einer – mückensicher abgedeckten – Regentonne oder Zisterne lässt sich Regenwasser auffangen, sodass man es in Dürreperioden einsetzen kann. Beim Gießen auf Leitungswasser zu verzichten, schont den Geldbeutel und die Umwelt.

      Regenwassernutzung in Baden-Württemberg

      Auch die Schafgarbe bleibt in Hitze beständig.Foto: NABU/Aniela Arnold

      4. Wenn schon gießen, dann richtig

      Manche Pflanzen, zum Beispiel im Gemüsebeet, brauchen regelmäßige Wassergaben, um durch den Sommer zu kommen. Anstatt oft ein bisschen, wässert man lieber seltener, aber dafür mehr. So entwickeln die Pflanzen tiefere Wurzeln und werden robuster.

      7 Tipps für die Gartenbewässerung

      5. Entsiegeln

      Versiegelte Flächen wie Pflastersteine heizen sich deutlich stärker auf als begrünte Bereiche. Mit Rasengittersteinen und offenen Fugen lassen sich Wege und andere befestigte Flächen versickerungsoffen gestalten. Wachsen in den Fugen dann noch passende Pflanzen wie etwa Mauerpfeffer, sinkt die umliegende Temperatur und Insekten finden Nahrung.

      Bodenversiegelung auf dem Grundstück

      Termin

      Der NABU bietet einen kostenfreien Online-Vortrag zu den Hitzespezialisten im Garten an am Donnerstag, 18. Juni, um 19 Uhr.

      → Anmeldung erfolgt hier.

      von pm/red
      10.06.2026
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